Ein gutes Mikrofasertuch ist keine Einwegware. Wer eines für die Displayreinigung angeschafft hat, kann es über viele Monate – und bei richtiger Pflege sogar Jahre – verwenden. Aber genau da liegt der Haken: Viele waschen ihr Mikrofasertuch so, dass es danach schlechter funktioniert als vorher.
Das klingt übertrieben, ist es aber nicht. Die Faserstruktur, die ein Mikrofasertuch überhaupt erst wirksam macht, ist empfindlich. Falsche Waschmittel, zu hohe Temperaturen oder ein falscher Trocknungsvorgang können die Fasern dauerhaft verändern – und das Tuch zu einem ganz normalen Stück Stoff machen, das Staub eher verteilt als aufnimmt.
Warum Mikrofasertücher so funktionieren wie sie es tun
Mikrofaser besteht aus extrem feinen Kunstfasern – meist Polyester und Polyamid – die im Querschnitt gespalten sind. Diese gespaltenen Fasern erzeugen eine enorme Oberfläche und wirken wie kleine Haken, die Schmutzpartikel, Staub und Fett aufnehmen und festhalten. Das ist der Grund, warum ein hochwertiges Mikrofasertuch für den Fernseher so viel besser abschneidet als ein normales Baumwolltuch.
Diese Struktur ist jedoch empfindlich. Weichspüler legt sich als Film über die Fasern und füllt genau die Spalten auf, die das Tuch wirksam machen. Danach fühlt sich das Tuch weicher an – aber es reinigt schlechter. Der Effekt ist dauerhaft, weil sich der Weichspülerfilm nicht mehr vollständig herauswaschen lässt.
So wäscht man ein Mikrofasertuch richtig
Die Grundregel ist simpel: bei 30 bis maximal 60 Grad, ohne Weichspüler, ohne Trocknerblätter, ohne Duftzusätze.
Ein normales, mildes Waschmittel ohne Weichspüleranteil reicht vollständig aus. Wer sichergehen will, wäscht das Tuch bei 40 Grad in einem kurzen Schonwaschgang. Bei stärker verschmutzten Tüchern – zum Beispiel nach der Feuchtreinigung mit Bildschirmreiniger – kann man auf 60 Grad gehen, aber das sollte nicht die Regel sein.
Mikrofasertücher niemals zusammen mit Frottee- oder Baumwollstoffen waschen, wenn diese sich in der Trommel befinden und Flusen abgeben. Die feinen Fasern des Mikrofasertuches nehmen diese Flusen auf und werden dadurch weniger effektiv – man sieht es anschließend auf dem Bildschirm.
Trocknen ohne Schäden
Mikrofasertücher trocknen an der Luft schnell und problemlos. Das ist die schonendste Methode. Im Wäschetrockner ist Vorsicht geboten: Hohe Temperaturen können die Kunstfasern schmelzen oder verkleben. Wenn der Trockner verwendet wird, dann nur auf der niedrigsten Temperaturstufe oder im Schonprogramm.
Bügeln ist nicht nötig und nicht empfehlenswert. Die Hitze des Bügeleisens beschädigt die Faserstruktur unwiderruflich.
Wie oft waschen?
Das hängt davon ab, wie das Tuch eingesetzt wird. Wer damit nur trocken entstaubt, kann es nach fünf bis zehn Anwendungen waschen. Wer es für die Feuchtreinigung verwendet, sollte es häufiger waschen – nach spätestens drei bis fünf Anwendungen.
Ein einfacher Test: Das Tuch unter Wasser halten. Wenn es das Wasser gut aufnimmt, ist die Faserstruktur noch intakt. Wenn das Wasser abperlt wie auf einer beschichteten Fläche, hat sich Weichspüler oder Fett in den Fasern eingelagert.
Wann ist ein Mikrofasertuch am Ende?
Selbst bei bester Pflege nutzt sich ein Mikrofasertuch mit der Zeit ab. Wenn die Oberfläche rauer wird, wenn das Tuch trotz frischer Wäsche Schlieren hinterlässt, oder wenn es sichtbar fransig und ungleichmäßig geworden ist, ist es Zeit für ein neues.
Für die Trockenreinigung von Fernsehern gilt: Lieber ein frisches, sauberes Tuch als ein altes, das die Oberfläche mehr beansprucht als reinigt. Ein Tuch, das am Bildschirm eingesetzt wird, sollte außerdem ausschließlich dafür verwendet werden – nicht zwischendurch für andere Flächen oder Geräte. Sobald es einmal Küchenoberflächen oder andere schmutzige Flächen berührt hat, gehört es nicht mehr ans Display, bevor es gewaschen wurde.
Das klingt nach viel Aufwand, ist es aber nicht. Wer sein Tuch konsequent nur für den Fernseher verwendet und es gelegentlich bei 40 Grad wäscht, hat davon lange etwas – und einen Bildschirm, der nach jeder Reinigung wirklich sauber aussieht.